Happy Birthday – Game Boy Advance

21. März 2021: „Game Boy“ – es gibt wohl kaum jemanden, dem der Begriff kein Begriff ist. Nintendo hat mit der portablen Spielekonsole, die technisch, egal in welcher Ausgabe, praktisch immer der Konkurrenz hinterherhinkte (und sie bezüglich Verkaufszahlen trotzdem immer bei weitem überflügelte), nicht nur eine weltweit bekannte Ikone, sondern auch Kulturgut geschaffen.

Über 110 Millionen Stück hat Nintendo vom Ur-Game Boy, inklusive Game Boy Color, verkauft. Ein Erfolg, den der Game Boy Advance, das Nachfolgesystem, welches wir hier feiern, mit 81.5 Millionen verkaufen Exemplaren (inkl. GBA SP und GB Micro) nicht ganz erreichte. Nur von einem Achtungserfolg zu sprechen wäre aber angesichts der Zahlen massiv untertrieben.

Nun – heute vor 20 Jahren erblickte der Game Boy Advance in Japan das Licht der Welt. Und ausnahmsweise musste der Rest der Welt mal nicht Jahre auf eine Veröffentlichung warten. Europa beispielsweise durfte 3 Monate später, am 22. Juni 2001, auf den Geschmack kommen. Und ich erinnere mich noch ziemlich gut an diesen Tag, denn ich und ein ebenfalls angefixter Schulkollege machten uns damals gleich auf den Weg in den Mediamarkt, um eines der ersten Exemplare, das in der Schweiz verkauft wurde, zu ergattern. Zusammen mit dem Spiel F-Zero: Maximum Velocity, welches wir dann auch gleich in der Gartenmöbelabteilung draussen vor dem Gebäude per Link-Kabel gegeneinander zockten.


Für uns beide war es zwar absolut unverständlich, dass Nintendo, nachdem die Firma ja schon den Ur-Game Boy als Game Boy Light mit Hintergrundbeleuchtung auf den Markt brachte, bei einem „Game Boy ADVANCE“ getauften Gerät auf eine ebensolche verzichtet hat. Da hat die mehr oder weniger direkte Sonneneinstrahlung beim eher „dunklen“ Display auch nicht geholfen. Aber wisst ihr was? Was heute schon fast einen Shitstorm im Internet auslösen würde, haben wir damals ziemlich salopp hingenommen und uns am dem erfreut, was wir bekommen haben.

Und das war ein Game Boy mit einer auf 16.77 MHz getakteten 32-BIT-RISC-CPU, die in einem nur 140 Gramm schweren Gehäuse ein paar schöne grafische Effekte hinbekommen hat und mit 2 Batterien zu einem rund 15-stündigen Leben erweckt wurde.

Anfang 2003 veröffentlichte Nintendo dann – endlich – einen Game Boy Advance mit Hintergrundbeleuchtung. Das Design wurde radikal (positiv gemeint) verändert und wies nun ein zuklappbares Notebook-Design auf. Ein rattenscharfes Gerät, welches ich mir damals natürlich ebenfalls gleich am ersten Tag gönnen musste. Durch das zugeklappt sehr kompakte Design fand das Teil in wirklich jeder Hosentasche platz – ein „Problem“, das Smartphone-Hersteller heutzutage gekonnt zu ignorieren wissen.


Der Game Boy Advance beheimatete haufenweise tolle Spieleserien, die auf dem Gerät je nach dem auch gleich ihren Ursprung fanden. Egal ob Advance Wars, Rollenspiele wie die Golden Sun-Serie, Mario Kart: Super Circuit, Final Fantasy Tactics Advance, Mario & Luigi: Superstar Saga, Castlevania: Aria of Sorrow, Metroid Fusion, The Legend of Zelda: The Minish Cap, mehrere F-Zero-Games, GTA Advance oder.. nun ja, VIELE mehr! Der GBA verfügte über eine hochklassige Spielebibliothek, die stellenweise auch mal sehr innovtiv daherkam.

Als Beispiel möchte ich hier Boktai: The Sun Is in Your Hand aufführen. Damals war Konami noch eine brauchbare Firma, deren Fall in die Irrelevanz Jahre später folgen sollte. Entwickelt von Produzent Hideo Kojima, den die meisten wohl schändlich einfach auf Metal Gear Solid reduzieren würden, hat mit den Boktai-Games so etwas wie Pionierarbeit geleistet. Teil des Spielemoduls war ein Sensor, der die Sonnenlichtstrahlung messen konnte. Mit dessen Hilfe wurde im Spiel die sogenannte „Gun Del Sol“ – aufgeladen, mit derer man sich dann seiner Feinde erwehrte. Man wurde also praktisch dazu genötigt, den feuchten Gewölbekeller zu verlassen und draussen an der Sonne zu spielen.

via Twitter: @VGArtAndTidbits


Und obwohl ein Grossteil der Spiele in teils glorreichem 2D präsentiert wurden, besass der GBA auch ein paar beeindruckende 3D-Fähigkeiten – gemessen an den Spezifikationen der Hardware. Weil das Gerät über eine 32-Bit-CPU verfügte, wurden immer mal wieder Assoziationen zu den grafischen Fähigkeiten einer PlayStation gemacht, was natürlich reichlich übertrieben war. Denn zum einen war die PSX-CPU mit 33,86 MHz getaktet, zum anderen hatte die PSX eine dezidierte GPU mit relevant grösserem Speichervermögen und vielem mehr. Dennoch – für das, was im GBA verbaut wurde, waren beeindruckende Optiken möglich – siehe dazu die Videos in diesem Beitrag.

Und damit schliesse ich diesen Monolog und würde mich über die geteilten Erfahrungen, die ihr alle so mit dem GBA gemacht hat, freuen. Falls ihr welche gemacht habt – und wenn nicht: Schämt euch :).

Veröffentlicht von radiant_ch

Pilger Hyperions, Hubraum-Prediger, Wort-Kreator & stolzer Papa. Gamer mit 30+ Jahren Erfahrung und Metalhead aus Leidenschaft.

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