Star Wars Outlaws – Ernüchterung

Endlich, ist man geneigt zu sagen.. das erste Open World-Abenteuer im Star Wars-Universum. Und… Ubisoft respektive Massive verkacken’s natürlich. Wobei auch der Open World-Aspekt so halbwegs gelogen ist, denn es gibt eigentlich lediglich vier Planeten mit jeweils grösseren und kleineren Gebiete zum „Erforschen“, wobei der Forscheraspekt kaum je lohnend ist.

Kurz gesagt: Outlaws ist eine gottverdammte Enttäuschung. Nicht einfach nur als Star-Wars-Spiel, sondern als Spiel per se. Das hier macht nichts, aber auch wirklich gar nichts, was es nicht schon mal gab. Und all das gab es auch schon deutlich besser. Optisch wurde es auf der PS5 Pro sogar noch verschlimmbessert, da PSSR – Sony’s Upscale-Technologie – nicht korrekt implementiert wurde und es an etlichen Stellen flimmert und flackert wie die Hölle. Das sieht so dermassen scheisse aus, dass man das Gefühl bekommt, den Grafikfehler zu spielen – und nicht das Spiel. Das gesagt hat Outlaws durchaus optisch ansprechende Momente, aber das Ding ist so dermassen inkonsequent in der Umsetzung. Das Cockpit der Bahnbrecher, immerhin der Schiffsbegleiter unser Protagonistin, sieht so dermassen altbacken, undetailliert und flachtexturiert aus, dass man kotzen möchte.

Und das Gameplay… es ist sowas von Ubisoft. Durch und durch. Da können sie lange davon sprechen, wie viel Zeit sie in Missionen und Sidecontent investiert haben. Die Missionen bestehen nämlich zum Grossteil aus, Achtung, Überraschung – Infiltrationen. Von gegnerischen Basen. Schon mal gehört? haha… geiler Witz Ubi und Massive. Und selbst die Infiltrationen sind so dermassen lächerlich umgesetzt… und nein, nicht auf die lustige Art. Im hinteren Teil des Spiels fliegen Kai und so ein Bananen-Rebell mit einem gekaperten imperialen Schiff in die Landebucht eines Sternenzerstörers… steigen aus.. und niemand scheint zu bemerken, was da überhaupt vor sich geht? Wurden irgendwelche Landecodes überhaupt geprüft? Rafft da keiner, dass da zwei nicht uniformierte Nichtimperiale aussteigen? Und die Flucht gelingt auf die selbe Weise? Es ist grossmehrheitlich so dermassen stümpferhaft umgesetzt. Selbst wenn mit Patch 1.4 das Element des Entdecktwerdens entfernt wurde und somit die Missionen nicht neu gestartet werden müssen, ist das ganze System/Spiel so dermassen broken, das man weinen möchte. Man schleicht sich durch die halbe Station, ballert dann aber in einem Abschnitt trotzdem alles über den Haufen, das bemerkt aber niemand, so dass man ungehindert flüchten kann?

Und dann gibt es so dermassen auf „Spannung“ erzwungene Missionen, wo man mit dem dämlichen Rhythmus-Hackergerät einen Energieregulator hochfahren muss, während man von dem Droiden, den man eigentlich retten möchte, gejagt wird. Altbacken wird hier mit frustrierend gekreuzt und als spannend verkauft. Grandios.

Hey, immerhin verliert man seit Patch 1.4 die aufgenommenen Waffen nicht mehr, wenn man eine Kiste öffnet oder irgendwo hochklettert. Bravo.. hat ja auch lange genug gedauert – ändert am Spielspass letztlich aber auch nicht mehr viel. Das Ende des Spiels ist eine Qual, die sich ständig wiederholenden und langweilig bis unsinnig gestalteten Missionen sind ein Graus und dazu sieht es auf Konsole auch noch lachhaft scheisse aus.

Von der nach wie vor strunzdummen KI brauchen wir gar nicht erst reden. Positiv anzumerken ist, dass das Spiel selbst durch und durch „Outlaw“ ist und sich durchwegs nicht an die eigenen Ansprüche hält oder richtet.

Jup, das habt ihr verkackt. Es startet immerhin vielversprechend… aber man sollte es nach dem Prolog / der Einführung eigentlich gleich wieder zur Seite legen.

4/10

Veröffentlicht von radiant_ch

Pilger Hyperions, Hubraum-Prediger, Wort-Kreator & stolzer Papa. Gamer mit 30+ Jahren Erfahrung und Metalhead aus Leidenschaft.

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