Warhammer 40K: Space Marine II – Für den Imperator

Ich musste wohl 40 Jahre alt werden, um meine Liebe für das Warhammer (40k)-Universum zu entdecken. Und dabei ist es jetzt nicht mal das erste Warhammer-Spiel, das ich gespielt habe. Nicht dass ich alle davon gespielt hätte.. aber ich fand durchaus Gefallen an Necromunda: Hired Gun und liebäugle schon etwas länger mit dem Bolt Gun-Ableger. Aber es ist Space Marine II, welches nun den Schalter umlegte und mit seinen gigantischen, pracht- und eindrucksvollen Kulissen, der herrlichen Vertonung, der noch herrlicheren und blutigen Action und dem faktisch schon blinden Loaylitäts-Wahn gegenüber dem Imperator ein kleines Feuer in mir entfacht hat. Und den eisernen Willen, mich näher mit diesem gigantischen Universum beschäftigen zu wollen. Obwohl ich etwas Respekt davor habe und eigentlich nicht plane, all zu tief darin abzutauchen… sonst liegen wohl bald die Scheidungspapiere auf dem Tisch :lol: .

Zurück zu Space Marine II, welches nicht lange fackelt und von Beginn weg klar macht, wohin die Reise über die folgenden rund 15h gehen wird. An Starship Troopers erinnernde Tyranniden-Aufmärsche, blankes, wildes Geballer mit Einsatz von Kettensägenschwerten, Energieschwertern oder mächtigen Kriegshämmern, fulminant inszenierte und testosterongeschwängerte Finisher, von denen es mehr als nur eine Handvoll gibt, flotte Sprüche, Intrigen, Misstrauen, wiedergefundene Loyalität, eine düstere Vergangenheit, die nur langsam, aber glaubhaft ans Licht kommt, heroische Rettungsaktionen, mächtig viel Wumms und überhaupt… es kommt selten genug vor, dass ich beinah Durchblutungsstörungen beim Zocken erleide, weil meine Pumpe die rote Suppe kaum aus Kronleuchter raus bekommt.

Das Gameplay geht dabei locker flockig von der Hand und ich habe meist geifernd darauf hin gearbeitet, einen Gegner so weit zu haben, dass ich ihn mit einem der mächtigen Finisher erledigen kann. Und dabei bleibt das ganze dank dem Einsatz der Jetpacks, die für meinen Geschmack fast etwas zu selten zum Einsatz kommen, auch wunderbar abwechslungsreich. Es gibt ja fast nichts geilers, als mit einem wohlbedacht eingesetzten Jetpack-Sprung hoch über eine Horde Feinde zu steigen, um dann voller Inbrunst und mit gezogener Klinge auf sie herunterzudonnern und dabei das haptische Gefühl eines Meteoreinschlags zu erleben. Es ist einfach so toll wuchtig inszeniert. Der Einschlag eines jahrhundertealten, miesgelaunten Kriegers, der in einer wohl mehrere hundert Kilogramm schweren Rüstung steckt, die selbst die Mjölnir-Rüstung des berühmten Spartaners mit der Nummer 117 klein aussehen lässt, brennt sich sofort ins Erinnerungsvermögen ein.

Und was jetzt so klingt, als wäre da ein 500-Millionen-Dollar-Budget, ein Riesenpublisher und ein sternenweit bekanntes AAA-Entwicklerstudio dahinter, ist in Wirklichkeit von einem eher im AA-Segment angesiedelten Publisher/Entwickler, der sich in diesem Jahr glücklicherweise von Embracer hat lösen können, auf die Menschheit losgelassen worden. Space Marine II ist wohl die Krönung von Sabers bisherigem Schaffen, obwohl mit Killing Floor 2, Snow- und MudRunner durchaus mehr als respektable Spiele hergestellt wurden. Ausserdem haben sie an den Umsetzungen von Halo: Combat Evolved Anniversary sowie der Switch-Version von Witcher 3 mitgewerkelt und somit ist durchaus genüngend Expertise vorhanden. Zeigt sich ja auch bei Space Marine II.

Um Himmels Willen macht bitte genau so weiter. Saber arbeiten ja jetzt an Turok: Origins und dank Space Marines II hege ich nun grosse Hoffnungen in dieses Projekt.

EHRE DEM IMPERATOR

9/10

Veröffentlicht von radiant_ch

Pilger Hyperions, Hubraum-Prediger, Wort-Kreator & stolzer Papa. Gamer mit 30+ Jahren Erfahrung und Metalhead aus Leidenschaft.

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