Super Mario 64 – Eine Liebeserklärung

Darüber, wie bahnbrechend und wegbereitend Super Mario 64 war, als es 23. Juni 1996 in Japan (und am 1. März 1997 in Europa) erschienen ist, wurde schon vieles geschrieben. Überhaupt wurde wohl schon so ziemlich alles über dieses Spiel geschrieben, was es zu schreiben gibt.

Jedes Geheimnis wurde bereits entdeckt, jeder Glitch (oder Fehler) in der Spielwelt wurde durch ausgefuchste Speedrunner und andere SM64-Experten ausgelotet, jeder Stern und jede Münze gesammelt und talentierte Coder haben den Source Code des Spiels bereits so dermassen auseinander genommen, dass es auf orginaler Hardware mittlerweile mit wunderschön flüssigen 60fps laufen könnte.

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Kaizo Mario: Prepare to Die…

Meine erste Begegnung mit Kaizo Mario…

Isshin Ashina fand sein blutiges Ende nach einem dramatischen Kampf, dessen Vorbereitung mich viele Stunden und auch den einen oder anderen Rage Quit gekostet hatte. Danach nahm ich mir vor, bis auf weiteres keine schwierigen Spiele mehr anzufassen. Ganz daran gehalten habe ich mich zwar nicht, aber der Gedanke war vielleicht doch noch präsent, als ich mir Super Mario Maker 2 für die Switch kaufte. Ich freute mich auf ein Wiedersehen mit den klassischen Super Mario Spielen und betrachtete es als netten Zeitvertreib für zwischendurch. Ich hatte ja keine Ahnung, dass das wahre Grauen, die wahre Dark Soul, im Universum des sympathischen Klempners lauert… Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich Sen’s Fortress [1] wohl weder erreichen noch beenden würde. Ich hatte ja keine Ahnung, dass Isshin, Midir und Gael neben Bowser wie Weisenknaben aussehen können… (siehe auch Abb. 1).

Abb. 1: Bowser in Grand Poo World 2 gehört zu den schwierigsten Bossen die ich je gesehen habe. Er ist unglaublich schnell und das Moveset erweitert sich mit fortschreitendem Kampf. Ich habe den Bosskampf für diesen Blog heruntergeladen [4] und angespielt. Von den 8 nötigen Treffern konnte ich zwei landen…
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No Man’s Sky – Pandemieeskapismus vom Feinsten

Sean Murray, der Kopf hinter dem Entwicklerstudio Hello Games, ist ein Stehaufmännchen wie es im Buche steht. Ein eigenwilliger Vollblutgamedesigner, der von Sony widerwillig ins Rampenlicht gezerrt und danach unter den sprichwörtlichen Bus geworfen wurde (engl. Sprichwort «to throw under the bus»), nur um das negative Feedback und den Hass, der ihm entgegenschlug, als Motivator zu nehmen und still und verbissen weiterzuarbeiten. So lange bis ein kleines, obskures Indiegame mit schlechten Gameplaymechaniken und schamlosen Target-Demo-Trailer-Lügen zu einem glänzenden Juwel wurde, in welches ich schon fast 600h versenkt habe. Seit dem Release sind bis heute 5 Jahre vergangen. Hello Games veröffentlichte mittlerweile 12 grosse Updates, ohne auch nur einen Rappen dafür zu verlangen. Fertig ist das Spiel noch lange nicht – ein einzigartiger Work in Progress in der Spielebranche.

Was ist passiert?

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F-Zero: Nicht tot, aber… irgendwie doch?

Man hat es als Fan von Videospielen nicht immer einfach. Gerade dann nicht, wenn man sich als Anhänger einer Spielereihe betrachtet, deren Entwickler aka Hersteller sich vehement und seit rund 18 (achtzehn!) Jahren weigert, ja, weigert, einen neuen Haupteil für eine Hauptkonsole zu entwickeln. Tatsächlich wurde F-Zero GX, das man wohl nach wie vor als den Gipfel zukunftsorientierter Rennspielkunst bezeichnen kann, im Juli 2003 für den Nintendo GameCube veröffentlicht.

Zwar hat man mit F-Zero Climax im Jahre 2004 noch das dritte Handheld-Kapitel auf dem Game Boy Advance veröffentlicht – dies allerdings nur in Japan. Woran also liegt’s? Legen wir mal ein paar Zahlen und Fakten auf den Tisch:

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Happy Birthday – Game Boy Advance

21. März 2021: „Game Boy“ – es gibt wohl kaum jemanden, dem der Begriff kein Begriff ist. Nintendo hat mit der portablen Spielekonsole, die technisch, egal in welcher Ausgabe, praktisch immer der Konkurrenz hinterherhinkte (und sie bezüglich Verkaufszahlen trotzdem immer bei weitem überflügelte), nicht nur eine weltweit bekannte Ikone, sondern auch Kulturgut geschaffen.

Über 110 Millionen Stück hat Nintendo vom Ur-Game Boy, inklusive Game Boy Color, verkauft. Ein Erfolg, den der Game Boy Advance, das Nachfolgesystem, welches wir hier feiern, mit 81.5 Millionen verkaufen Exemplaren (inkl. GBA SP und GB Micro) nicht ganz erreichte. Nur von einem Achtungserfolg zu sprechen wäre aber angesichts der Zahlen massiv untertrieben.

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I am Commander Shepard and this is my favorite…GOAT?

Nein, ich bin nicht plötzlich einem Glitch in der Matrix zum Opfer gefallen und habe mitten im Satz einen vermeintlichen Fetisch offenbart. Ich mag ja Ziegen gerne, es sind wirklich zuckersüsse, wenn auch etwas eigenwillige Tiere, ich habe sogar mal für fünf Minuten den Goat Simulator gespielt, aber um Ziegen geht es hier ja gar nicht. GOAT steht einfach für Game of All Time.

Ich bin Vollblutgamer und mein Hobby bestimmt einen Grossteil meines Lebens. Über die Jahre habe ich aberhunderte von Titel gespielt, an viele erinnere ich mich gar nicht mehr. Einige stechen aber heraus. Von diesen wiederum gibt es ein paar wenige, die sich für immer einen Platz in meinem grossen Pixelherz gesichert haben. Es sind Könige ihrer Genres – auserwählte Speerspitzen der elektronischen Unterhaltung. Nur eine Handvoll dieser Auserwählten erhebt sich in den Pantheon meiner persönlichen Videospielgötter. Mass Effect – eine Videospielserie, die ursprünglich zwischen 2007 und 2012 erschien und in ein paar Wochen als aufpoliertes Remaster wieder auf dem Markt kommt, ist unter diesen meinen Göttern der Primus inter pares.

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Disco Elysium – eine Kurzgeschichte

Eines morgens wachst du in deinem Hotelzimmer auf. Du liegst am Boden und trägst nur noch deine vermutlich halb zugeschissene Unterhose. Ein stechender Kopfschmerz setzt ein, sobald du auch nur einen Gedanken daran verschwendest, deine Augen zu öffen. Und dennoch tust du es. Mit aller Kraft vermagst du es, aufzustehen und dich auch noch auf deinen wackeligen Beinen zu halten. Du siehst dich um. Und weisst trotzdem nicht, wo du gerade bist. Gemeinsamkeiten mit einem üblichen Hotelzimmer hat der Raum eigentlich nicht mehr.

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Happy Birthday – Resident Evil

22. März 2021: Es war heute vor 25 Jahren, als das Genre der Survival-Horror-Games mit Resident Evil so richtig durchstartete. Dabei hat Resident Evil das Genre zwar nicht begründet, aber es zumindestens – und speziell auch kommerziell – revolutioniert. Und das obwohl man sich spielerisch durchaus das eine oder andere Gameplay-Element oder die eine oder andere Kameraperspektive von Vorläufern wie z.B. Alone In The Dark abgeschaut hat.

Directed von Mastermind Shinji Mikami wurde aus einem ursprünglich fürs Super Nintendo angedachtem Projekt das, was man heute als Blaupause für so ziemlich jedes 3rd-Person-Horrorspiel bezeichnen darf. Auch war Resident Evil ein Kind seiner Zeit und sprang zur rechten Zeit auf den immer mehr Fahrt aufnehmenden PlayStation-Zug auf. Umsetzungen für PC und SEGA Saturn folgten zwar auch, allerdings mit rund einjähriger Verspätung. Kurz darauf bekamen PSX-Spieler bereits den Director’s Cut präsentiert, der zugleich auch noch eine Demo zum Nachfolger beinhaltete.

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